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    Was soll ich denn großartig über mich schreiben?



    Ich heiße Hans-Jürgen See, am 26.1. wurde ich 49 Jahre alt, was ich selbst nicht glauben kann.

    Ich komme mir immer noch vor wie ein Kind:

Heulend in der Wanne, ca. 3 Jahre alt

    Schon im zarten Alter von 3 Jahren wurde mir die Tragik der Welt bewußt:

    Nie kann man machen was man will!
    Ist man schmutzig schimpfen sie und stopfen einen in die Wanne!

    Fühlt man sich dort endlich wohl, muß man auch schon wieder raus!

    Natürlich liebte ich den Zirkus!
    Mir war auch schnell klar, daß ich mal Clown werden wollte!

    Am Karneval 1960 steckte man mich deshalb in dieses Kostüm.
    So richtig begeisterte mich Karneval noch nie - kommt mir vor.

1960 war ich als Clown unterwegs



    Ein Jahr später wurde ich dann eingeschult!
    "Wenn Du wenigstens dumm wärst! Aber Du bist nur stinkfaul!
    (Meine Mutter, beim Anblick meines Zeugnisses)

    Ich wußte gleich:

    Die Welt ist schlecht!

    Damals wurde gerade die Mauer gebaut. Was das eigentlich war, wußte ich nicht so genau. Ich baute sie mit Legosteinen nach. An Weihnachten schickten wir immer Pakete in die "Ostzone".



    1962 trat dann "das andere Geschlecht" in mein Leben

    So langsam trat dann das "andere Geschlecht" in mein Leben. Ich nahm es erst mal diffus wahr!

    Meine Hosen waren mittlerweile fast 4 Jahre alt: ein halbes Leben!

Lederhosen im Frühjahr '59:fast neu


    So vergingen die Jahre der Kindheit, es gab die Beatles und die Rolling Stones, deren Lied "She's like a Rainbown" an meinem Geburtstag '68 mein Leben veränderte. An meiner Konfirmation '69 ließ ich mir zum letzten Mal die Haare schneiden:
    dann wuchsen sie!


Mit 15 sah ich noch manierlich aus!

Schon mit 15 trauten sich meine Eltern fast nicht mehr, mit mir aus dem Haus zu gehen.

Ich begann zu dieser Zeit mein Tagebuch zu schreiben, war mit 16 krank vor Liebeskummer und glaubte mehr denn je:

Die Welt ist schlecht!

Mit 18 war ich endgültig das schwarze Schaf der Familie! Ich trampte durch die Gegend, mit 18 fuhr ich mit Interrail durch Jugoslawien. Dort nahm ich am Automat dieses Bild auf.

Zum Glück hatte ich im Paß ein anderes, womöglich hätte man mich als Mitglied der "Baader-Meinhof-Bande" verhaftet, die damals ihr Unwesen trieb!

Mit 18 nahm ich dieses Bild auf einer Interrailtour durch Jugoslawien auf!

    Ich mit Hut, etwa '75

    Mit 20 sah ich dann wieder "manierlicher" aus

    1977 zog ich nach Heidelberg und leistete dort meinen Zivildienst in der Neurologie ab.

    Ich hörte zum ersten Mal die Sex Pistols, ich verstand die Botschaft:


    Die Welt ist schlecht!

    Nach dem Zivildienst zog ich in eine Wohngemeinschft nach Mannheim. In den frühen 80igern brachten Freunde und ich eine Zeitschrift namens Paul heraus, in der wir Kurzgeschichten, Gedichte, Fotos, Collagen etc. veröffentlichten. Die Auflage kam nie über 500. Wir schrieben ein Theaterstück, das wir im Rosengarten bei einem Rockfestival aufführten.

    Außerdem hielt ich mich monatelang in Griechenland auf.

    '79 verbrachten wir zu acht einige Monate an der Westküste von Kreta

    Im Sommer'79 verbrachte ich mit etwa 8 Leuten den Sommer auf Kreta. Wir lebten in Höhlen, machten Schmuck und hatten die unbeschwerteste Zeit unseres Lebens. Die meisten Leute sehe ich noch heute.

    Später war ich noch bei einer Videogruppe und half Fritz Stier in seiner Mannheimer Galerie Art Now.

    Dann machte ich lange nichts mehr in dieser Richtung. Zwar schrieb ich und  fotografierte, das lag aber alles in einer Schublade.

    Ich machte eine Umschulung zum Landschaftsgärtner und zog '92 in mein Elternhaus, nachdem meine Mutter gestorben war.

    Ich richtete mir im Keller ein Fotolabor ein und baute in einem Workshop eine Trommel. 1999 kam ich in Griechenland auf die Idee meinen Roman "Der ewige Hausmeister" als Fortsetzungsroman im Internet zu veröffentlichen.



Das würde ich mal gerne machen: mit echten Experten trommeln

    Davon träume ich:

    Mal nach Afrika fahren und wochenlang trommeln lernen. Zwar spiele ich auch hier ab zu mit Freunden, aber leider viel zu wenig!


    Ansonsten glaube ich, daß es so ist, wie die Gruppe "Der Plan" in ihrem Lied sang:
    Die Welt ist schlecht, schlecht schlecht
    das Leben schön, schön, schön



An Ostern besuchte ich meinen alten Freund Hans Dieter in Schopfheim. Wir erzählten viel und philosophierten vor uns hin. Meine Gedanken habe ich ihm zum Abschied in sein Gästebuch geschrieben:

TANZ

©
Das Leben tanzend
erleben
einem Seiltänzer gleich
immer die Gefahr
abzustürzen
in einen der Abgründe:
Wahnsinn und Sucht
der eine
Gewohnheit und Alltag
der andere

Tanzend mit Tönen, Wörtern und Farben
spielend
schufen Götter das Universum
das ist die Hoffnung
die Balance-Stange, die dich
abhält
dich fallenzulassen
und zu versinken
im Schlamm der Bequemlicheit

Schopfheim, Ostern 2000 Ostern 2000 in Schopfheim: Das Leben ist ein Tanz

 

   
 

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